Pille ade – scheiden tut nicht weh!

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So meine Lieben – heute wird’s hier mal ganz privat. Es geht um Verhütungsmethoden.
Als Lehrerin bin ich ja geschult, über solche Themen zu sprechen! (haha!)

 

Nein, mal ganz im Ernst: Ich möchte euch erzählen, was bei mir in den letzten Monaten und Jahren körpertechnisch so los war.
Also, Vorgeschichte: Wir machen eine kleine Zeitreise ins Jahr 2002. Shakiras „Whenever, Whereever“ war grad modern und ich war 16 Jahre jung. Ich hatte meinen ersten Freund und mein Gesicht war übersät mit Pickeln. Aus diesen Gründen habe ich mir von meiner damaligen Frauenärztin die Pille verschreiben lassen. Das Pickelproblem löste sich (fast) auf und auch die Verhütungsfrage war geklärt.

 

Die Jahre vergingen und ich schluckte die kleine rosa Pille jeden Abend vorm Schlafengehen. Ich wusste immer, wann ich meine Tage bekomme und das war sehr praktisch! Auch sonst machte ich mir nicht viele Gedanken über meinen Körper und war zufrieden.
Nach zehn Jahren Pilleschlucken kamen die ersten Zweifel auf. Ich fragte damals beim Frauenarzt nach, ob ich nicht mal eine Pillenpause einlegen sollte. „Never change a winning team“ – bekam ich damals als Antwort. Also schluckte ich brav weiter.
Im Herbst letzten Jahres bemerkte ich, dass ich immer öfter vergaß, die Pille zu nehmen. Irgendetwas passte nicht mehr und es fühlte sich auch nicht mehr richtig an. Aber einfach mit der Pille aufhören? Ohne richtigen Kinderwunsch?

Ich hatte wirklich viele Ängste. Was ist, wenn ich dann meine Tage nicht mehr bekomme? Was ist, wenn ich mich dann total verändere? Ich hab ja Geschichten gehört, dass Beziehungen nach dem Absetzen der Pille in dir Brüche gehen können, weil die Frau plötzlich den Mann nicht mehr „riechen kann“. Was ist, wenn das auch bei mir passiert?

Aber die Tatsache, dass ich meinen Körper täglich mit Hormonen vollpumpte, hat mich mehr gestört, als alle Bedenken.
Daher habe ich es dann einfach gewagt und den Jahreswechsel zum Anstoß genommen und meiner Weggefährtin Loette heimlich „Goodbye“ gesagt.

 

Nun haben wir Juni und es ist ein halbes Jahr vergangen. Was hat sich verändert? Ich würde mal sagen: Richtig viel!

 

1. Mein Körper lebt.
Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber seitdem ich mit der Pille aufgehört habe, spüre ich meinen Körper viel mehr. Ich nehme meinen Zyklus viel stärker wahr. Ich habe mehr Lust auf gesundes Essen (das ist kein Witz) und auch sonst spüre ich alles intensiver. Ich habe mehr Lust auf alles und mein Körper fühlt sich gut an.

 

2. Meine Brüste leben.
Als das erste Mal meine Busen angeschwollen waren und mir jede Berührung Schmerzen verursacht haben, dachte ich, ich hab jetzt irgendeine schlimme Krankheit oder so. Meine Freundinnen haben mich dann aber zum Glück aufgeklärt und mir erzählt, dass das in der zweiten Hälfte des Zyklus ganz normal ist.

 

3. Ich beschäftige mich mehr mit mir selbst.
Ich habe mir so eine App runtergeladen, die mir sagt, wann meine nächste Periode kommen sollte und das stimmt in den meisten Fällen mit der Wirklichkeit überein. Diese App sagt auch, wann die fruchtbaren Tage sind und kann noch allerhand andere Dinge voraussagen.

 

4. Ich bin ausgeglichener.
Ich fühle mich seit einem halben Jahr auch irgendwie energiegeladener. Ich habe weniger oft Kopfweh und rege mich nicht mehr über Kleinigkeiten auf. Ich war eigentlich die letzten Jahre wirklich sehr oft wütend. Dieses Gefühl hatte ich eine Zeit lang so stark, dass mir ein Ex-Freund mal zu Weihnachten ein Buch geschenkt hat „Wohin mit meiner Wut“. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich darauf reagiert habe: wütend. ☺

 

5. Meine Hautprobleme sind wieder da.
Gut, das einzige, was ich leider habe, sind die kleinen Pickel. Die sind echt wiedergekommen aber mit 30 Jahren kann ich damit besser umgehen. Es gibt tolle Schmink- und Hautprodukte und ich bin guter Dinge, dass mich auch mal die Pickelchen verlassen.

 

So, langer Rede kurzer Sinn: Das Absetzen der Pille war wirklich die beste Entscheidung, die ich in der letzten Zeit getroffen habe. Denn alles, was ich jetzt spüre ist echt und kein „Fake-Ruhigstellen“ des Körpers wie durch die Pille.

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